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Panikmache mit angeblicher „Todes-Trasse“


Gestern Abend habe ich an der Versammlung zur Gaspipeline in der Kutsche teilgenommen. Es waren ziemlich viele Leute da. In meinem Wortbeitrag habe ich den Veranstaltern vorgehalten, dass sie mit ihrer Wortschöpfung „Todes-Trasse“ ganz bewusst Panik verbreiten würden.  Wenn man die Pipeline zur „Todes-Trasse“ erhebt,  dann müsse man auch die Bahnlinie, die A3, die B8, den Rhein und den Kanal zur „Todes-Trasse“ erklären, wenn die Gastransporte in der Zukunft statt durch eine Pipeline über Bahn, Straße und Kanäle transportiert werden müssten. Daraufhin bekam ich sinngemäß diese entlarvende Antwort: „Mit einem sachlichen Titel  könne man doch nicht so viele Menschen mobilisieren.“
Hört! Hört!

Obwohl ich auf dieser Veranstaltung – allein wegen ihres Themas – keinerlei Zuspruch erwartet hatte, sprachen mich nach der Versammlung mehrere Leute an, die mir Zustimmung signalisierten und bewiesen, dass Panikmache nicht überall Erfolg hat. Das hat mich sehr gefreut. Ich hoffe, dass es in der Zukunft noch mehr Menschen gibt, die die Meinungshoheit über die Pipeline nicht den „Todes-Trassen-Polemikern“ überlassen.

Schade nur, dass sich die anwesenden Politiker aus den Reihen der Voerder SPD und der Grünen gegenüber den „Bürgerbewegten“ für meinen Geschmack allzu opportunistisch geäußert haben. Immerhin: Sie waren da! CDU, FDP und Linke habe ich nicht gesehen, geschweige denn gehört.

Ich frage mich: Wie will man unser Land zukunftsfähig machen, wenn bei allen technischen Vorhaben die vom Floriansprinzip geleiteten Bedenkenträger, durch ihre Proteste alles verhindern, was dem Gemeinwohl dient? Unsere gewählten Vertreter scheinen das zuzulassen. Wo sind eigentlich die Politiker, die den Mumm haben, auch gegenüber einer großen Zahl sogenannter „Betroffener“  klare Positionen für das Allgemeinwohl zu beziehen? Durch ihr Schweigen oder ihre Zustimmung schüren sie zumeist unbegründete Ängste.

P.S. Das Bild zu diesem Artikel zeigt ganz bewusst keine Gasexplosion sondern ein ganz harmloses Osterfeuer.

4 Kommentare zu “Panikmache mit angeblicher „Todes-Trasse“

  1. Schulte Wolfgang
    27. Oktober 2017

    Sehr geehrter Herr Ellenberger, Sie habe Ihre Meinung ja auch sachlich in einem Leserbrief an die RP Dinslaken dargelegt. Sie fordern eine von Rußland unabhängiger werdende Erdgasversorgung. Wenn Sie die im Planfeststellungsverfahren ausgelegten Fachgutachten lesen würden, werden Sie feststellen, dass die Fliessrichtung der ZEELINK von Ahaus nach Aachen ist, mit der Anbindung an die North-Stream-Pipeline aus Rußland, also leistet die geplante Pipeline das Gegenteil Ihrer Forderung. Wenn man zusätzlich überlegt, dass ab 2050 im Zuge der Energiewende kein Gas mehr geheizt werden soll („Dekarbonisierung“), ist die ZEELINK-Pipeline spätestens dann ein Teil der internationalen Gasautobahn von Sibirien nach Zeebrügge und Genua, allerdings ohne Anschlüsse in Deutschland. Für diese Perspektive sind die Nebenfolgen dieses gigantischen Bauprojektes (immerhin 7.300.000 m² geöffneter Boden) nicht im öffentlichen Interesse, sondern allein im Interesse der internationalen Investoren der ausführenden Firma.

    • visu-ell
      27. Oktober 2017

      Hallo, Herr Schulte, unsere europäische und unsere deutsche Energieversorgung sollte auf möglichst vielen Säulen ruhen, damit der Ausfall eines Lieferanten nicht zum Zusammenbruch der Energienetze führen kann. Putin war nur ein Beispiel. So betrachtet brauchen wir leistungsfähige Energietrassen in allen Richtungen. Dabei darf man den Nutzen einer Pipeline nicht ausschließlich nach nationalen Kriterien beurteilen. Von einem leistungsfähigen Netz profitieren letztendlich alle, auch wenn nicht jeder Teil des Netzes von uns selber genutzt wird. Auch an meinem Haus vorbei führt eine Erdgasleitung, die ich nicht nutze und an die ich nicht angeschlossen bin. Das ist doch kein Grund für mich, diese Leitung abzulehnen.

  2. B.
    27. Oktober 2017

    Ich persönlich habe nichts gegen das „Allgemeinwohl“ jedoch bin ich dagegen, wenn das Wohl einzelner für das „Gemeinwohl“ geopfert und nicht entsprechend entschädigt wird. Wenn einzelne für das „Gemeinwohl“ einige „Opfer“ bringen müssen, dann bitte diese auch entschädigen und nicht mich lächerlichen Beträgen „abservieren“. Dies wird aber leider immer vergessen und hintenangestellt.

    • visu-ell
      28. Oktober 2017

      Da bin ich bei Ihnen. Die Entschädigungen müssen angemessen sein.

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Dieser Eintrag wurde am 27. Oktober 2017 von veröffentlicht.
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